Ziehen Hunde Variation in Futterbelohnungen oder eine immer gleiche Belohnung vor?

Abwechslung erfreut – auch was Futterbelohnungen bei Hunden betrifft. Zumindest längerfristig gesehen ist es empfehlenswert, zwischen Belohnungen zu variieren. Darauf deutet unsere neue Studie hin (frei zugänglich unter https://www.nature.com/articles/s41598-018-28079-5). Wir „fragten“ die vierbeinigen Probanden, ob sie Variation bei Futterbelohnungen bevorzugen oder lieber immer ihre Lieblingsbelohnung erhalten. In 60 Versuchen konnten die Hunde zwischen den beiden Optionen wählen.

Die Ergebnisse: insgesamt entschieden sich gleich viele Hunde signifikant für die variable und die konstante Belohnungsvariante. Jedoch hatte die Anzahl der bereits durchgeführten Versuche einen signifikanten Einfluss auf das Wahlverhalten der Hunde: je mehr Versuche sie bereits absolviert hatten, desto häufiger wählten sie die variable Option. Dies kann damit erklärt werden, dass auch bei sehr hochwertigem Futter eine Gewöhnung eintritt und dieses mit der Zeit an Wertigkeit verliert. Auch wenn viele Hunde anfangs ihre Lieblingsbelohnung bevorzugen, lohnt es sich also in Hinsicht auf den längerfristigen Erhalt der Motivation, auch einmal abzuwechseln.

Fragebogen – Verhalten von Hunden bei Feuerwerken

Wir haben mehr als 1200 Hundehalter weltweit zum Verhalten ihrer Hunde während Feuerwerken sowie Management- und Trainingsstrategien befragt. Die Fragebögen werden momentan noch vollständig ausgewertet, aber einige Ergebnisse können wir schon präsentieren:
Mit je rund 70% Erfolgsrate waren Gegenkonditionierung (das Paaren von lauten Geräuschen mit etwas Positivem, meist Futter) sowie Entspannungstraining die effektivsten Trainingsmethoden und effektiver als die Verwendung von Geräusch-CDs (54 % Erfolg). Durch Füttern oder Spielen mit dem Hund zu Silvester konnte zudem das Fortschreiten der Angst besser verhindert werden als durch alle anderen angewendeten Management-Methoden.

Ein Thundershirt wurde von 44% der Personen, die es verwendet hatten, als hilfreich eingeschätzt. Weniger erfolgsversprechend waren Pheromonprodukte, Homöopathie, Bachblüten, ätherische Öle und pflanzliche Produkte. Für alle diese Produkte betrug die angegebene Erfolgsrate rund 30%. Da alle Ergebnisse auf der subjektiven Einschätzung der Besitzer beruhen, können Placebo-Effekte natürlich nicht ausgeschlossen werden.

Angstlösende Medikamente wurden von rund 70% als effektiv eingeschätzt. Die Effektivität einzelner Medikamente muss noch gesondert ausgewertet werden. Die Studie zeigte, dass sich die Mühe lohnt und gezieltes Training sehr effektiv zu einer Verminderung der Angst beitragen kann.
Weitere Infos gibt es in englischer Sprache auf einem Poster, welches wir am diesjährigen Canine Science Forum vorgestellt haben http://www.hundeunibern.ch/…/2…/07/Poster_Fireworks_SEND.pdf